Wer bin ich? Und wie, wann, wo und warum eigentlich?

Das sind Fragen der Identität, mit denen ich mich während meines Philosophie Studiums in Marburg ausgiebig beschäftigt habe.

Daneben erörterte ich diese Fragen im praktischen Sinne mit und für Unternehmer und half ihnen bei der Definition und Präsentation ihrer “Corporate Identity”. Dabei lernte ich SEO, SEM, SEA und all die verrückten Dinge, die man als Dienstleister oder Produktanbieter braucht, um in den Weiten des world wide web Beachtung zu finden.

Nach meinem Studium zog es mich auf die Mittelmeerinsel Malta, wo ich erste berufliche Einblicke in das Spektrum der Cyber-Sicherheit gewann und meine digitalen Kompetenzen in der Betrugsprävention – der sogenannten “Cyber Fraud Prevention” – erweiterte.

Wenig später startete ich in die Selbstständigkeit und entwickelte gemeinsam mit meinem Bruder Konzepte zur digitalen Vermarktung von nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen verschiedenster Art. So führte ich unter anderem den Corporate Blog für die vegane Schuhmarke Gumbies, entwickelte ein System zur Lead-Generierung für den grünen Klimatechniker Rentschler-Air und relaunchte den Online-Shop von Bio Green, dem deutschen Vorreiter im Urban Gardening.

Die durch die Arbeit im digitalen Raum gewonnene Ortsunabhängigkeit nutzte ich dabei für unzählige Reisen in und außerhalb Europas. Meine Erfahrungen veröffentlichte ich außerdem in Form von Reiseberichten, zum Beispiel im Onlinemagazin Feinripp.

Nach der Verwirklichung zahlreicher Projekte und der Entdeckung unzähliger Orte, beendete ich 2018 schließlich mein digitales Nomadentum und kehrte zurück nach Deutschland.

Denn je mehr ich mich mit der Digitalisierung auseinandersetze, desto mehr drängt sich mir die Frage auf, was genau dieser Kulturwandel eigentlich für uns bedeutet. Was die Digitalisierung mit uns Menschen macht?

Heute studiere ich Psychoanalyse & Kultur an der International Psychoanalytic University (IPU) Berlin und setze mich wissenschaftlich mit der Frage auseinander, welchen Einfluss die digitale Welt auf unsere psychische Konstitution hat.

Was bedeutet zum Beispiel der Umgang mit unseren Daten für unseren Begriff von Freiheit? Wie funktioniert Identität in Zeiten von Social Media und woher kommt dieser stetige Wahn zur (Selbst-) Optimierung?

Wollen wir unsere Zukunftsgestaltung wirklich dem Silicon Valley überlassen? Was braucht es für einen aufgeklärten, sachlichen Diskurs? Wie können wir Zukunft sinnvoll mitgestalten?